#Gemeinfreitag 1

Johann Heinrich Jung(-Stilling)

Jung-Stilling
Stich von Halle nach Zeichnung von J.Bund [Public domain], via Wikimedia Commons
Denkt man an Johann Heinrich Jung-Stilling, dann denkt man sicherlich im ersten Moment an den Schriftsteller, der zur Zeit Goethes lebte und an Romane wie „Geschichte des Herrn von Morgenthau“ oder auch „Das Heimweh“. Nur wenige aber werden wohl an Naturwissenschaftliche oder auch Kameralwissenschaftliche Werke denken. Aber auch zu diesen Themen hat der Augenarzt, Kameralwissenschaftler und Schriftsteller Johann Heinrich Jung gearbeitet und zahlreiche Werke zu diesen Themen veröffentlicht.

Geboren wurde Johann Heinrich Jung am 12. September 1740 in Grund, im Siegerland. Sein Vater war Dorfschneider und seine Mutter verstarb, als Johann Heinrich gerade einmal knapp zwei Jahre alt war. Bis zu seinem 14. Lebensjahr besuchte er zunächst die Dorfschule, später dann die Lateinschule und trat bereits kurz nach seiner Konfirmation eine erste Stelle als Schulmeister an.

Als sein Vater wieder heiratete, verließ Jung-Stilling das Dorf, in dem er geboren worden war und arbeitete beim Fabrikanten Peter Johannes Flender in Kräwinklerbrücke (heute Remscheid) im Bergischen Land als Kaufmannsgehilfe und Lehrer.

Von dort zog es ihn nach Straßburg an die Universität zum Medizinstudium. Diese Zeit beeinflusste ihn stark und veränderte sein Leben von Grund auf, vor allem auch deshalb, weil er hier sowohl Johann Wolfgang Goethe als auch Johann Gottfried Herde kennenlernte.

Nach seinem Studium ging er nach Elberfeld (Wuppertal), ließ sich hier als praktischer Arzt nieder und erlernte die Augenheilkunde. Schon zu diesem Zeitpunkt aber begannen auch die Kameralwissenschaft und die Ökonomie ihn zu interessieren und er veröffentlichte mehrere Aufsätze zu diesen Themen. Offensichtlich waren diese wohl sehr gut und fundiert, denn er erhielt einen Ruf an die Kameral Hohe Schule in Lautern als Professor, dem er folgte und seine Tätigkeit als Arzt aufgab. Ab dem Jahr 1778 waren Land- und Forstwirtschaft, Technologie und Fabrikenkunde seine Hauptthemen. 1784 wechselte er an die Universität Heidelberg und von 1787 bis 1803 dann als Professor für ökonomische Wissenschaften an der Universität in Marburg. Gestorben ist er am 2. April 1817 in Karlsruhe.

Jung-Stilling
Jung-Stilling by Marquard Wocher (1760-1830) [Public domain], via Wikimedia Commons
Man wird sich jetzt wahrscheinlich fragen, was also dieser Mann auf einem Blog über die Geschichte des Amtes Angermund verloren hat. Nun, die Antwort ist recht einfach, denn in seiner Eigenschaft als Ökonom hat Johann Heinrich Jung-Stilling tatsächlich auch einen Aufsatz veröffentlicht, der sich mit einer Thematik beschäftigt, die auch das alte Amt Angermund betrifft: In seinem 1780 erschienen Aufsatz „Von dem Nassau-Siegischen Eisen- und Stahlgewerbe in dem Herzogthume Berg“, erschienen in den Bermerkungen der Kuhrpfälzischen Physikalisch-Ökonomischen Gesellschaft, in Lautern, beschreibt er sehr detailliert und kenntnisreich die Eisen- und Stahlerzeugung ausgangs des 18. Jahrhunderts. Auch der Vertrieb wird geschildet, ebenso wie die Beschaffung der Rohstoffe.

Auch im Amt Angermund gab es eine derartige Industrie, wenn auch zu jener Zeit in einem deutlich kleineren Maßstab als etwa in Solingen und dennoch liefert dieser Aufsatz von Jung-Stilling interessante Einblicke in jenes Gewerbe.

Hier geht es zur PDF: Jung-Stilling Eisengewerbe

Leider ist die PDF noch im falschen Format. Ich arbeite daran! Danke für Ihr Verständnis!

Der Aufsatz „Von dem Nassau-Siegischen Eisen- und Stahlgewerbe in dem Herzogthume Berg“ aus der Zeitschrift Bemerkungen der Kuhrpfälzischen Physikalisch-Ökonomischen Gesellschaft, S. 74-130, wird hier im Rahmen des #Gemeinfreitags zunächst als PDF veröffentlicht und später auf Wikimedia Commons hochgeladen.

Der #Gemeinfreitag basiert auf einer Idee von Moritz Hoffmann.

Basierend auf den Anregungen von Klaus Graf  möchte ich mich mit diesem Blog und auch mit einem weiteren Blog an diese, wie ich finde, ausgesprochen sinnvolle Aktion, anschließen und in loser Folge gemeinfreie Bücher, Aufsätze und Bilder zum Amt Angermund sowohl hier als auch auf Wikimedia Commons einstellen.

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